Winterwandern einfach erklärt: Unterschied zum Wandern im Winter

Winterwandern am Seekirchl in der Region Seefeld – Tirols Hochplateau mit verschneiter Landschaft und Spaziergängern auf präpariertem Weg Winterwandern am Seekirchl in der Region Seefeld – Tirols Hochplateau mit verschneiter Landschaft und Spaziergängern auf präpariertem Weg

Winterwandern einfach erklärt: Winterwandern vs. Wandern im Winter – klingt aufs erste gleich, ist es aber nicht. Doch worin liegt eigentlich der Unterschied? Und was genau versteht man unter Winterwandern? Wir schauen genauer hin.

Was ist Winterwandern überhaupt?

Winterwandern bedeutet Wandern auf speziell präparierten Wegen, die auch im Winter sicher und gut begehbar sind. Im Gegensatz zum klassischen Wandern im Winter bewegt man sich dabei nicht frei im Gelände, sondern folgt ausgewiesenen Winterwanderwegen.

Diese Wege werden regelmäßig gewalzt, kontrolliert und so angelegt, dass sie auch bei Schnee und winterlichen Bedingungen einfach zu begehen sind. Genau das macht Winterwandern besonders attraktiv für alle, die die verschneite Natur genießen möchten – ohne alpine Erfahrung oder spezielle Ausrüstung.

Viele Regionen in Österreich bieten dafür eigene, bestens gepflegte Winterwanderwege – oft mit klarer Beschilderung und unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Präparierung von Winterwanderwegen im Gaistal in der Region Seefeld – Tirols Hochplateau mit Schneefräse im Einsatz vor der Hohen Munde

1. Die Präparierung – der größte Unterschied

Eine idyllische Winterwanderung setzt vor allem eines voraus: einen unter winterlichen Verhältnissen angelegten und präparierten Weg. So steht es sogar in der Ö-Norm geschrieben. Darin liegt wahrscheinlich auch schon der größte Unterschied zum klassischen Wandern im Winter. Ein Winterwanderweg wird somit von Tourismusverbänden, Seilbahnunternehmen oder Gemeinden – je nachdem wer dafür zuständig ist – regelmäßig gepflegt und gewalzt sowie vor alpinen Gefahren bestmöglich gesichert. Ambitionierter Alpinismus ist beim Winterwandern daher keinesfalls gefragt. Denn Winterwanderwege sind „nur mäßig steil und nicht ausgesetzt, auch bei schlechtem Wetter und Schneefall relativ gefahrlos und mit geeignetem Schuhwerk leicht zu begehen.“ (vgl. Tiroler Wander- und Bergwegekonzept, S.12).

Wie viel Aufwand und Know-how tatsächlich hinter der Präparierung steckt, zeigt ein Blick hinter die Kulissen: Die perfekte Winterwanderroute ist eine Wissenschaft für sich. Mehr dazu im Blogartikel „Die perfekte Winterwanderroute – eine Wissenschaft für sich“.

Beschilderung von Winterwanderwegen in Leutasch in der Region Seefeld – Tirols Hochplateau mit gelben Wegweisern und Winterwander-Icon

2. Die Beschilderung & Routen

Wer Winterwandern geht, auf den warten eigens dafür konzipierte Touren & Routen auf klar ausgewiesenen Winterwanderwegen. Oftmals werden diese sogar mit einer eigenen Beschilderung oder entsprechenden Winterwander-Icons auf der bestehenden Beschilderung versehen.

Die (meist) pinke Farbe der Markierung hebt sich optisch super von der Umgebung ab – Orientierungslosigkeit so gut wie nicht möglich!

In vielen Regionen gibt es zudem zertifizierte Winterwanderwege, die bestimmten Qualitätskriterien entsprechen. Mehr dazu im Blogartikel „Zertifizierte Winterwanderwege in Österreich“.

Winterwandern mit richtiger Ausrüstung in der Region Seefeld – Tirols Hochplateau mit Paar im verschneiten Wald und Wanderstöcken

3. Die Ausrüstung

Punkt 1 und 2 lassen schon vermuten, dass es auch kein großes Hexenwerk ist, die richtige Ausrüstung fürs Winterwandern zusammenzustellen. Normale Wanderschuhe, Stöcke (idealerweise Teleskopstöcke) und klassischer Zwiebellook sind mehr oder weniger alles, was man braucht.

Grödel – sozusagen kleine „Schneeketten“ für die Schuhe – werden von Winterwanderführern noch zusätzlich empfohlen. Dann kann’s aber auch schon losgehen!

Das ist auch der Unterschied zu Touren abseits der Winterwanderwege, wie z. B. Schneeschuhtouren. Hier muss man etwas mehr Zeit (und auch Geld) in die richtige Ausrüstung investieren: Schneeschuhe, Gamaschen, Lawinenausrüstung, evtl. Steigeisen sind je nach Tourenplanung notwendig, um sicher unterwegs zu sein.

 

Diese drei Faktoren lassen bereits ein gutes Gefühl dafür entstehen, was Winterwandern wirklich ist. Winterwandern ist einfach. Winterwandern ist sicher. Winterwandern ist gemütlich. Und es ist vor allem eins: purer Naturgenuss.

Seid ihr bereit für eure erste Winterwanderung? Dann entdeckt jetzt passende Winterwanderwege oder holt euch noch mehr Tipps im Starter-Guide für Anfänger.